UNIQA Transitionsplan 

Unsere Zukunft gestalten:
UNIQA auf dem Weg zur Klimatransition

Letztes Update: Dezember 2024 


1. Vorwort

Bei der UNIQA Group glauben wir fest daran, dass ein gemeinsamer Einsatz für eine nachhaltige Zukunft unverzichtbar ist, um das Wohlergehen unserer Gesellschaft und unseres Planeten zu sichern. Unser Leitgedanke „gemeinsam besser leben“ inspiriert uns dazu, nicht nur für unsere Kund:innen, sondern auch für kommende Generationen Verantwortung zu übernehmen.


Die vorliegende Publikation zeigt die ersten entscheidenden Schritte der UNIQA Group auf dem Weg zu einer Netto-Null-Zukunft. Die dargestellten Ziele und Maßnahmen sind das Ergebnis intensiver Überlegungen, strategischer Planung und der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Stakeholdern. Dieses Dokument ist jedoch kein Endpunkt, sondern ein dynamischer Plan, der sich mit den Anforderungen und Herausforderungen der Zeit weiterentwickeln wird.


Wir sind uns bewusst, dass der Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft Zeit, Engagement und Innovation erfordert. Deshalb verpflichten wir uns, unsere Fortschritte regelmäßig zu überprüfen und unseren Plan weiterzuentwickeln, um unser Ziel, Netto-NullEmissionen im Versicherungsgeschäft und in der eigenen Betriebsführung bis 2040 in Österreich und in allen Geschäftsbereichen (Veranlagung, Versicherungsgeschäft, eigene Betriebsführung) gruppenweit bis 2050 zu erreichen und das Vertrauen unserer Stakeholder zu stärken.


Mit diesem Plan laden wir Sie ein, uns auf dieser Reise zu begleiten, damit wir gemeinsam eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft gestalten können.


Während der Erstellung dieser Publikation wurde nicht nur eine Benchmark mittels einer umfangreichen Peeranalyse evaluiert, sondern auch auf verschiedene Frameworks zurückgegriffen. Organisationen und Initiativen wie Transition Plan Taskforce (TPT), Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ), UN High Level Expert Group (UN HLEG), International Platform on Sustainable Finance (IPSF) der Europäischen Kommission, Carbon Disclosure Project (CDP), World Wide Fund for Nature (WWF), Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF), Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), IFRS: ISSB Standards und US SEC haben jeweils eine Guideline zur Erstellung eines Transitionsplans bzw. über dessen Aufbau und Inhalte erstellt und spiegeln sich demnach hier wider. 


2. Strategie und Ambitionen der UNIQA Group 

Mit den Strategieprogrammen UNIQA 3.0 – seeding the future (2021-2024) und in der Weiterführung UNIQA 3.0 – growing impact (2025-2028) hat die UNIQA Group 2020 eine Transformation zur Steigerung der Kundenorientierung begonnen, die auch den Ausbau von Serviceleistungen in an die Versicherung angrenzenden Gebieten umfasst. Es ist unsere strategische Ausrichtung entlang dem UNIQA Weltbild 2030, in dem die relevantesten Megatrends und deren Auswirkungen zusammengefasst sind: Zinswende, Inflation und wirtschaftliche Machtverschiebungen; demographischer und sozialer Wandel; Innovation und Digitalisierung; ebenso wie Klimawandel und Nachhaltigkeit. Diese Trends beeinflussen maßgeblich das Leben aller Individuen, auch jene der Mitarbeiter:innen und Kund:innen, sowie die (Um-)Welt als solche. Nachhaltigkeit ist somit in die Strategie der UNIQA Group fest verankert.


Die UNIQA Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und verbindet ökonomisches Streben mit einer klaren ökologischen und sozialen Verpflichtung gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Die UNIQA Group schärft die Nachhaltigkeitsstrategie laufend nach und richtet ihre Ziele und Maßnahmen noch stärker an etablierten internationalen und nationalen Rahmenwerken aus. Über die jeweiligen Fortschritte wird laufend u.a. in unserem Nachhaltigkeitsbericht (jährlich) und auf der UNIQA Group Website berichtet.


Die UNIQA Nachhaltigkeitsstrategie bilden die fünf Eckpfeiler (Veranlagungspolitik, Produktpolitik, Betriebsführung, Berichterstattung und Stakeholder Management), die auf einem Fundament bestehend aus den Mitarbeitenden und unserer Unternehmenskultur ruhen. Den Rahmen stellt die Verankerung und Integration von ESG in der Governance der UNIQA Group dar.

Die UNIQA Klimastrategie ist das Herz der Nachhaltigkeitsstrategie, denn der Schutz der Umwelt durch die Reduktion von CO2 -Emissionen erfordert eine rasche Operationalisierung klarer und effizienter Maßnahmen. Als Versicherin übernimmt die UNIQA Group sowohl für direkte als auch für indirekte Emissionen – jene, die durch Finanzierungen, Veranlagungen und Sachversicherungen in der Realwirtschaft entstehen – klar die Verantwortung. Als unmissverständliches Ziel dient dabei die 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris getroffene Vereinbarung, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Der erste große Schritt in diese Richtung wurde Anfang 2019 mit der Verabschiedung der UNIQA Dekarbonisierungsrichtlinie gesetzt.


Diese beinhaltete neben der Entscheidung zum Kohleausstieg in der Veranlagung und im Underwriting auch die Erstellung und Umsetzung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie, die Ende 2020 in Kraft getreten ist. Damit verbunden waren der Beitritt zur Net-Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) im Oktober 2021, der mit einem erneuten Bekenntnis zum Pariser 1,5-Grad-Ziels einherging, sowie das Bekenntnis zu Netto-Null-Emissionen, die in Österreich (Versicherungsgeschäft, eigene Betriebsführung) bis 2040 und gruppenweit in allen Geschäftsbereichen bis 2050 realisiert werden sollen. Der Beitritt zur Green Finance Alliance (April 2022) und damit verbundene Verpflichtungen runden die Mitgliedschaften der UNIQA Group ab. Ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen war die Validierung von wissenschaftsbasierten Zwischenzielen für 2027 bzw. 2030 durch die Science Based Targets initiative (SBTi) (2023), sowohl für das Investmentportfolio als auch für die eigene Betriebsführung.


Wesentliche Ziele der UNIQA Klimastrategie:

• Verfolgung des Pariser 1,5-Grad-Klimazielpfads in der Veranlagung, im Underwriting und in der Betriebsökologie unter Beachtung der beiden EU-Umweltziele „Climate Change Mitigation“ und „Climate Change Adaptation“

• Netto-Null-Emissionen im Geschäftsmodell (Versicherungsgeschäft, eigene Betriebsführung) bis 2040 in Österreich und bis 2050 im Gesamtkonzern (Veranlagung, Versicherungsgeschäft, eigene Betriebsführung)

• Verfolgung und Einlösung konkreter wissenschaftsbasierter SBTi-Zwischenziele für 2030 auf Basis des Parisers 1,5-Grad-Klimazielpfads

• Beibehaltung grüner Investments auf mehr als 2 Milliarden Euro bis 2025

• Beachtung etwaiger negativer Auswirkungen auf die anderen EU-Umweltziele


Wissenschaftsbasierte Zielsetzung:

SBTi-validierte Klimazwischenziele 2023 wurden gruppenweite Klimazwischenziele für vier Bereiche des Veranlagungsportfolios, die im Basisjahr 2021 insgesamt 23 Prozent des gesamten Investitionsvolumens ausmachten, sowie die 2030 Zwischenziele für die eigene Betriebsführung durch die Science Based Targets initiative (SBTi) validiert. Dies ist für die UNIQA Group ein wichtiger Schritt zur optimalen Ausrichtung des Portfolios und der CO2 -Emissionen des eigenen Betriebs (Scope 1 und 2) an einem 1,5-Grad-Klimazielpfad. SBTi ist eine Kooperation zwischen Carbon Disclosure Project (CDP), United Nations Global Compact (UN GC), World Resource Institute (WRI) und World Wide Fund for Nature (WWF). Ziel der SBTi ist es, eine ambitionierte Klimapolitik voranzutreiben, indem wissenschaftlich fundierte Klimaziele festgelegt werden.


Unsere Science-Based Targets im Überblick: 

• Verpflichtung zur Reduktion der absoluten THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2 um 42 Prozent bis 2030 (gegenüber dem Basisjahr 2021)

• Verpflichtung, dass 48 Prozent des Portfolios börsennotierter Aktien und Anleihen bis 2027 wissenschaftlich begründete Ziele haben werden, gemessen am investierten Wert

• Verpflichtung, dass 34 Prozent des Portfolios an Unternehmenskrediten gemessen am investierten Wert bis 2027 wissenschaftlich fundierte Ziele haben werden

• Verpflichtung zur Finanzierung von ausschließlich Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Rahmen des Portfolios für Unternehmensdarlehen bis 2030

• Verpflichtung zur Verringerung der THG-Emissionen aus dem Projektfinanzierungsportfolio für die Stromerzeugung um 74,2 Prozent / MWh bis 2030 (gegenüber dem Basisjahr 2021)


Details zu den validierten Zielen finden sich auf der Website der SBTi .



3. Unser Weg zu Netto-Null-Emissionen 

In Bezug auf unsere gruppenweite Klimastrategie steht die Erreichung von Netto-Null-Emissionen im Geschäftsmodell (Versicherungsgeschäft, eigene Betriebsführung) bis 2040 in Österreich und bis 2050 im Gesamtkonzern (Veranlagung, Versicherungsgeschäft, eigene Betriebsführung) im Vordergrund.


Netto-Null-Emissionen definieren wir als (a) eine bestmögliche Reduktion unserer operativen CO2 -Emissionen (Scope 1, 2 und 3) auf null oder auf ein Restniveau, das mit dem Erreichen von Netto-Null-Emissionen auf globaler oder sektoraler Ebene in entsprechenden Szenarien oder Sektorpfaden im Rahmen von 1,5 Grad Celsius vereinbar ist und (b) die Neutralisierung aller Restemissionen zum Netto-Null-Zieljahr und aller danach in die Atmosphäre freigesetzten Treibhausgasemissionen.


Um dieses Ziel der Netto-Null-Emissionen zu erreichen, bedarf es umfangreicher Aktionspläne der verschiedenen Kernbereiche, in denen die jeweilige Zielerreichung umgesetzt wird. In diesem Sinne wurden bereits notwendige Aspekte, wie das Erstellen einer Nachhaltigkeits- und Klimastrategie sowie Dekarbonisierungsstrategie, einer Engagement-Strategie, die Validierung wissenschaftsbasierter Zwischenziele und eine umfangreiche Integration in die Governance entwickelt und implementiert.


Der Fokus unserer nächsten Schritte wird auf der Er-und Ausarbeitung von transparenten Aktionsplänen zur Erreichung unserer Zwischenziele bis hin zu NettoNull-Emissionen liegen. Auch wenn noch nicht in allen Bereichen konkrete Aktionspläne vorliegen, so können bereits Erfolge hinsichtlich der UNIQA Dekarbonisierungsstrategie in den verschiedenen Kernbereichen verzeichnet werden. Die folgenden Unterkapitel fassen unsere klimabezogenen Strategien, Zielsetzungen und bereits gesetzten Maßnahmen zusammen.


3.1 Veranlagung 

3.1.1 Investitionen als Vermögensveranlagung

Seit 2018 setzt die UNIQA Group Schritte zur Etablierung eines nachhaltigen Veranlagungsprozesses um. Diese haben mit der Entwicklung spezifischer KPIs und Nachhaltigkeitsziele für die Kapitalanlagen begonnen, die die Grundlage für die UNIQA Guidelines for Responsible Investment .


Im Jahr 2019 beschloss die UNIQA Group Kohlegeschäfte aus ihren eigenen Veranlagungen auszuschließen. Ausgeschlossen werden nicht nur Investments in Unternehmensemittenten, die im Kohlebergbau und in der Kohleproduktion tätig sind, sondern auch in der Stromerzeugung aus Kohle. Der Verkauf von Beteiligungen an kohlebezogenen Unternehmen wurde bis Ende 2019 abgeschlossen. Seither gelten für die UNIQA Group auch Beschränkungen für Investitionen in öl- und gasbezogene Geschäfte. Details zu unserem Fossil-Phase-Out-Plan finden sich auf den folgenden Seiten und in unserem Statement on Decarbonisation . 


Zwischenziele im Investmentportfolio: Science Based Targets (SBTi Target Letter)

Unsere SBTi-Zwischenziele umfassten im Basisjahr 2021 23 Prozent der Kapitalanlagen. Bei dem Portfolioanteil handelt es sich um die laut SBTi-Guidance erforderlichen Aktivitäten. Der verbleibende Teil der Kapitalanlagen setzte sich zu 19 Prozent aus optionalen und zu 58 Prozent aus Aktivitäten außerhalb des Geltungsbereichs zusammen.

SBTi targets

Dekarbonisierungsstrategie für Investments

Im Rahmen der Mitgliedschaften bei der United Nations Net-Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) und der österreichischen Green Finance Alliance (GFA) verpflichtet sich die UNIQA Group zur schrittweisen Dekarbonisierung des Portfolios, um bestmöglich auf den Pariser 1,5-Grad-Klimazielpfad ausgerichtet zu sein und bis 2050 konzernweit Netto-Null-Emissionen bei den Investments zu erreichen. Unser Zielpfad zur Reduktion der Emissionsintensität unserer Investments (WACI) sieht eine Reduktion um 60 Prozent bis 2030 (Basisjahr 2021) vor, in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des IPCC. Die 2023 erfolgreich durchgeführte Validierung der Klima-Zwischenziele durch die Science Based Targets initiative (SBTi) rundet die Nachhaltigkeitsstrategie in der Veranlagung weiter ab. Bis 2030 strebt die UNIQA Group eine schrittweise Transformation ihres Portfolios an und will die Scope3-Emissionen, die großteils aufgrund der Investitionen in Scope 3.15 (Investitionen) entstehen, reduzieren, indem Investees ermutigt werden, selbst wissenschaftsbasierte Klimaziele zu setzen. Durch die Zusammenarbeit mit dem spezialisierten Datenlieferanten ISS (Institutional Shareholder Services) ist die UNIQA Group in der Lage, eine umfassende Analyse der Investitionen in Bezug auf verschiedene Nachhaltigkeitsfaktoren durchzuführen. Diese Daten über die Investees werden unter anderem zur Sicherstellung der Ausschluss- bzw. Phase-out-Strategie benötigt, die folgende Limitierungen vorsieht (Tabelle 1). Die UNIQA Group wird den Geltungsbereich ihrer Kohlerichtlinie auf kundenbezogene Produkte wie fondsgebundene Lebensversicherungen, Spar- und Rentenprodukte schrittweise ausweiten. Die aktuelle Richtlinie ist auf der UNIQA Group Website im Downloadbereich Nachhaltigkeit finden.

Transitionsplan_Tabelle1

3.1.2 Strategie für Sustainable Investments

Die UNIQA Group finanziert Emittenten, die einen Beitrag zur Emissionsreduktion oder zu Sozialprojekten leisten. Dabei orientiert sie sich an folgenden Nachhaltigkeitsdefinitionen je Assetklasse: Green, Social und Sustainability Bonds gemäß International Capital Market Association (ICMA) Principles. Fonds werden gemäß Artikel 9 (dunkelgrüne Fonds) der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) in die Sustainable Investments aufgenommen und stellen damit Investitionen mit der Verfolgung eines Nachhaltigkeitsziels nach der Definition der SFDR dar. Darüber hinaus werden qualifizierte Investitionen in Infrastrukturprojekte in unsere Sustainable Investments aufgenommen. Die Sustainable-Investment-Strategie ist im UNIQA Group Responsible Investment Standard festgehalten. Getätigte Investitionen werden regelmäßig vom Risk Management gemonitort.



3.1.3 Engagement-Strategie

In ihrer Engagement-Strategie verfolgt die UNIQA Group sowohl proaktives als auch reaktives Engagement in direktem und indirektem Kontakt mit den Investees. Die Engagements mit Unternehmen sollen dabei eine Verbesserung der Leistungen von unserer Investees bewirken, vor allem, was deren Klimastrategie, Dekarbonisierungsziele und -maßnahmen betrifft. Mithilfe unseres Engagements wird auf einen aktiven Dialog, der den Transitionsgedanken fördern soll, um den Schritt einer Desinvestition nach Möglichkeit zu verhindern, gesetzt. Ebenso wird kontroverses bzw. normenbasiertes Engagement verfolgt, das von ISS (Institutional Shareholder Services) geleitet wird, welches den Investor:innen ermöglicht mit Unternehmen in Kontakt zu treten, die schwerwiegende und strukturelle Verstoße gegen normative Kriterien in den Bereichen Unternehmensführung, Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt, Bestechung und Korruption begehen bzw. keine Maßnahmen treffen, um auf diese angemessen zu reagieren und Gegenmaßnahmen zu setzen. Dazu zählen insbesondere Verstöße gegen die Prinzipien des UN Global Compact (UNGC) und Leitsatze für multinationale Unternehmen der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD). Mehr Informationen zur UNIQA Engagementstrategie sind im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht auf der UNIQA Group Website im Downloadbereich Nachhaltigkeit zu finden.



3.2 Versicherungsgeschäft

3.2.1 Geschäftskunden (Corporate Business)

Seit 2019 verzichtet die UNIQA Group auf die Zeichnung von Neugeschäften in der Kohleverstromung mit einem Kohleanteil von mehr als 30 Prozent am Gesamtumsatz. Im Jahr 2023 hat die UNIQA Group ihre ESG-Underwriting-Strategie in einem gruppenweiten Standard verfeinert. Die UNIQA Corporate Business Sustainability Strategy ist auf der Konzernwebsite im Downloadbereich Nachhaltigkeit verfügbar.


Die UNIQA Corporate Business Nachhaltigkeitsstrategie umfasst drei Hauptrichtungen. Um nachhaltigkeitsbezogene Ziele und Aktivitäten richtig zu priorisieren, orientiert sich die UNIQA Group an den Verpflichtungen der GFA (Green Finance Alliance) und der PSI (UNEP FI Principles for Sustainable Insurance).


1. Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Corporate Kunden gegenüber klimabedingten Risiken

Die Versicherungsbranche ist aufgrund ihrer Besonderheiten stark von klimawandelbedingten Schäden betroffen, was sich sowohl auf unser Unternehmen als auch auf unsere Corporate Kunden auswirkt. Die zunehmende Häufigkeit und Schwere von extremen Wetterereignissen stellt ein erhebliches Risiko dar. Mit dem UNIQA Corporate Business werden Unternehmen beraten, wie sie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimarisiken stärken und die Herausforderungen, mit denen sie als Unternehmen konfrontiert sind, bewältigen können. 


UNIQA Sustainable Business Solutions

Die 2024 gegründete Tochtergesellschaft UNIQA Sustainable begleitet Firmenkunden in Risikofragen, bei der Transformation und bei ESGThemen. UNIQA Sustainable unterstützt Einzel- bis Großunternehmen dabei, mit aktivem Risikomanagement ihre Resilienz zu stärken und ihre Nachhaltigkeitsstrategien in Einklang mit rechtlichen Rahmenbedingungen zu bringen. Unternehmen können die Services unabhängig von einem UNIQA Versicherungsvertrag in Anspruch nehmen.



2. Arbeit an der Dekarbonisierung des Underwriting Portfolios

Die Verfolgung des Parisers 1,5-Grad-Klimazielpfads im Underwriting ist eines der wichtigsten Ziele der UNIQA Group. Wie ausführlich in der Dekarbonisierungsstrategie beschrieben, werden keine Neugeschäfte mit Kunden mit Kohleaktivitäten mehr abgeschlossen (seit 2019); zusätzlich sind der Ausstieg aus Öl (bis 2030) und aus Gas (bis 2035) im Firmenkundengeschäft im Detail geplant. Details zu unserem Fossil-Phase-Out-Plan finden sich in Tabelle 2 oder in unserem Statement on Decarbonisation auf der UNIQA Group Website im Downloadbereich Nachhaltigkeit .



3. Entwicklung neuer Produkte und Produktkomponenten mit Nachhaltigkeitsbezug

UNIQA Corporate Business hat sich verpflichtet, Corporate Kunden nicht nur bei ihrem nachhaltigen Wirtschaftswachstum, sondern auch bei der Entwicklung neuer nachhaltiger Technologien durch neue innovative Produkte und Produktkomponenten zu unterstützen. Dabei liegt die Ambition auf der Kreislaufwirtschaft, die den nachhaltigen Wiederaufbau und die Wiederverwendung von Komponenten in großen Industrien umfasst. Umwelthaftungskomponenten und soziale Komponenten von Unternehmensversicherungslosungen stehen im Fokus potenzieller Entwicklungen


Klimazwischenziele im Versicherungsgeschäft 

Klimazwischenziele Corpo

Dekarbonisierungsstrategie Versicherungsgeschäft  
Transitionsplan_Tabelle 2
3.2.2 Privatkund:innen (Retail)

In Übereinstimmung mit der UNIQA Strategie 3.0 steht Nachhaltigkeit auch im Fokus der RetailProduktentwicklung. In Österreich sind Nachhaltigkeitsaspekte bereits jetzt vielfältig im Beratungsansatz und im Produktentwicklungsprozess über alle Versicherungssparten hinweg verankert, sodass das Angebot an nachhaltigen Versicherungsprodukten und die bestmögliche Beratung der steigenden Nachfrage entsprechen. Diese gemeinsame Anstrengung gеwährlеistеt, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte integrale Bestandteile des Entwicklungsprozesses sind, um nachhaltig Produkte zu schaffen. Jede Produktentwicklung erfolgt anhand eines strukturierten, transparenten Prozesses, der in der Policy und dem Standard zum Produktentwicklungsprozess abgebildet ist. Der seit 2022 bestehende interne Prüfmechanismus stellt sicher, dass jede Produktentwicklung in Österreich aus der ESG-Perspektive beleuchtet und bewertet wird. So werden Themen rund um ESG wie beispielsweise die Höhe der taxonomiefähigen Prämienanteile oder mögliche KPIs für externe ESG-Ratings schon frühzeitig in einer Produktentwicklung sichtbar. Mit Marktforschungsaktivitäten wird die Nachhaltigkeitspräferenzen der strategischen Kundenzielgruppen erhoben. Die Ergebnisse fließen in den Produktentwicklungsprozess ein und stellen so die Kundenzentrierung rund um ESG-Themen sicher.


Auch auf dem internationalen Markt integriert die UNIQA Group schrittweise Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Versicherungsprodukte und zeigt damit Engagement für Risikomanagement und nachhaltige Entwicklung. Die angebotenen Einzelhandelsprodukte umfassen eine Reihe von ESG-Funktionen, die den Kundenbedürfnissen entsprechen und nachhaltige Praktiken fördern.


Der Aufbau einer gruppenweiten ESG-Retailstrategie, die ESG im Fokus haben und insbesondere im Produktentwicklungsprozess inkludieren soll, ist derzeit in Entwicklung und wird im Jahr 2025 finalisiert werden.



3.3 Eigene Betriebsführung

Bei den Maßnahmen zur Reduktion von eigenen CO2 - Emissionen der UNIQA Group wird auf die Anwendung internationaler Zertifizierungen und Standards im Umgang mit Lieferanten und auf die Optimierung des internen Umweltmanagements gesetzt. Die UNIQA Group nutzt verstärkt erneuerbare Energien und reduziert CO2 -Emissionen durch konsequente Ressourcenschonung und Förderung emissionsarmer Mobilität.


Auf Gruppenebene konnte im Jahr 2023 der Prozess zur Berechnung und Validierung von wissenschaftsbasierten Klimazielen gemäß der SBTi erfolgreich abgeschlossen werden. Diese Ziele richten nicht nur unsere Investments am 1,5-Grad-Klimazielpfad von Paris aus, sondern auch die Treibhausgas-Emissionen der eigenen Betriebsführung (direkte Scope-1-Emissionen und indirekte Scope-2-Emissionen aus zugekauftem Strom und Wärme).


Die UNIQA Group verpflichtet sich im SBTi-validierten Zwischenziel zur Reduktion der absoluten THG-Emissionen in Scope 1 und 2 um 42 Prozent bis 2030 (gegenüber dem Basisjahr 2021).


Der Fokus liegt zunächst auf unserem größten Kernmarkt Österreich. 2024 führt UNIQA Österreich eine erste vollumfängliche Erhebung von Scope-1- und Scope-2-Emissionen für eigengenutzte Gebäude auf vollkonsolidierter Konzernebene durch und verbessert die Datenqualität im Laufe des Jahres 2025 um ab ca. 2026 eine Strategie zur Erreichung der SBTiZiele mit Aktionsplänen ableiten zu können (Erarbeitung SBTi-konformer Aktionspläne). Die Strategie soll ermöglichen, dass UNIQA Österreich Netto-NullEmissionen in Österreich bis 2040 und in CEE bis 2050 erreichen kann. Grundlage des internen Umweltmanagements ist unser Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen, die mit einem ersten Meilenstein- und Maßnahmenplan für alle Vertriebsstandorte in Österreich im Jahr 2022 operationalisiert wurden.  


Dieser Plan umfasst folgende Eckpfeiler:

• Bezug von ausschließlich nach Umweltzeichen 46 zertifizierten Ökostrom seit 2024

• Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich um mindestens 33 Prozent bis 2040 im Vergleich zu 2019

• Ausbau der Photovoltaikleistung auf mindestens 600 kWp bis 2035

• Phase-out von sämtlichen Öl- und Gasheizungen sowie Stromdirektheizungen an unseren österreichischen Vertriebsstandorten bis spätestens 2035

• Umstellung auf 100 Prozent E-Autos im Fuhrpark bis 2030 in Österreich und gruppenweit bis 2040. Mit diesen Maßnahmen will UNIQA Österreich die Treibhausgasemissionen der Vertriebsgebäude in Österreich bis 2040 um rund 71 Prozent senken. Da UNIQA Österreich weiterhin auf Fernwärme setzen wird, diese aber aktuell auch immer einen fossilen Bestandteil beinhaltet, ist eine Reduktion um 100 Prozent derzeit nicht darstellbar.


Betriebsökologie – EMAS-Umweltmanagementsystem für den Kernmarkt Österreich

Durch die nachhaltige Gestaltung der eigenen Betriebsstätten können große Unternehmen ihre direkt verursachten CO2 -Emissionen reduzieren. Erfolgsmodelle wie das Energiemonitoring, die Photovoltaikoffensive und die Förderung von E-Mobilität erfahren bei UNIQA Österreich eine konstante Weiterentwicklung; ebenso wie umfassende Homeoffice-Möglichkeiten, die Forcierung von Videokonferenzen oder Zuschüsse für verschiedene Tickets für den öffentlichen Verkehr am Standort Österreich.


Mit der Verabschiedung einer Umweltpolitik, der Durchführung von sieben internen EMAS-Umweltaudits und dem Aufbau von Fachexpertise hat UNIQA Österreich erste wichtige Grundsteine für die Einführung eines EMAS-Umweltmanagementsystems an den Vertriebsstandorten in Österreich gesetzt. Das Eco-Management and Audit Scheme ist ein Umweltmanagementsystem, das dazu dient, die Einhaltung der Umweltvorschriften zu gewährleisten und die Umweltauswirkungen eines Unternehmens zu verringern. Die kontinuierliche Bewertung und Berichterstattung sind obligatorisch, die Fortschritte werden durch externe Audits verifiziert. Unser Ziel als EMAS-zertifiziertes Unternehmen anerkannt zu werden, wurde Mitte des Jahres 2024 erfolgreich erreicht.


3.4 „Going the last mile“: Zielsetzungsmethoden und Kompensationen

Die UNIQA Group nutzt wissenschaftlich fundierte Wege, beispielsweise die Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi) zur Setzung von mittel- und langfristigen Zielen für die Kernbereiche Investitionen und eigene Betriebsführung. Diese Methoden sind in dauerhafter Evaluierung und Weiterentwicklung.


In diesem Sinne handelt die UNIQA Group nach dem Prinzip des „Vermeidens, Reduzierens, Kompensierens“. An erster Stelle werden demnach der Verbrauch von (fossiler) Energie und die damit verbundene Emission von Treibhausgasen so weit wie möglich vermieden. Bestimmte Anteile und Herkünfte von Energie (bspw. Strommix) kann nicht immer nachgewiesen, kontrolliert oder ersetzt werden; in diesem Fall geht es dennoch darum, die fossilen Anteile zu reduzieren und Energiequellen nachhaltig zu ersetzen. Der Fokus der UNIQA Group liegt klar auf diesen beiden Aspekten und es gibt diesbezüglich, wie oben ausgeführt, bereits umfangreiche Dekarbonisierungspläne und -strategien in den verschiedenen Kernbereichen. 

Zu bedenken ist jedoch, dass wissenschaftlich fundierte Untersuchungen auch zeigen, dass es durch alleiniges Vermeiden und Reduzieren nicht möglich sein wird, Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Es wird daher notwendig sein, Treibhausgase aus der Atmosphäre zu entfernen, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Während die UNIQA Group ihren Fokus derzeit in erster Linie auf die Reduktion und Vermeidung von Treibhausgasemissionen legt, erkennen wir die Relevanz, sich hinsichtlich der darauffolgenden Phase auch schon mit Alternativen und weiteren Möglichkeiten (Kompensation/Removal von Treibhausgasemissionen) auseinanderzusetzen. Es ist demnach auch für die UNIQA Group wesentlich, die Kompensationsdiskussionen zu verfolgen. Die Bestrebungen sind groß, Verständnis im weitesten Sinne kontinuierlich zu verbessern. 

kompensation



4. ESG in der UNIQA Governance 

Nachhaltigkeitsmaßnahmen entfalten nur dann ihre transformative Kraft, wenn sie transparent und nachvollziehbar umgesetzt werden. Bei der UNIQA Group wird dieser Anspruch durch eine starke Governance zur Einbettung und Verankerung von ESG in der UNIQA Unternehmenskultur, Policies, Produkte und Aktivitäten erfüllt. Ebenso gibt es klare Verantwortlichkeiten, ein fundiertes Stakeholder-Engagement sowie umfassende Reportings und Ratings von renommierten Agenturen.


Relevante Akteure und Rollen in Bezug auf die ESGIntegration in der UNIQA Governance sind unter anderem:

• Gesetzliche Einbindung des Aufsichtsrats in die Nachhaltigkeitsberichterstattung

• Umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement: koordinierendes Group ESG Office; ESG-Expert:innen in verschiedenen operativen Einheiten und Fachbereichen in Österreich; strategische ESG Koordinator:innen in internationalen Geschäftseinheiten

• Group ESG Committee, welches sich aus Mitgliedern des Vorstands, den Leiter:innen der Kerngeschäftsbereiche und dem Leiter des ESG Office zusammensetzt

• ESG in der Vergütungsstrategie als Anreiz und Maßnahme für den Vorstand der UNIQA Group und Führungskräfte im österreichischen Kernmarkt

• Externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichtes in Form einer unabhängigen Prüfung seit dem Jahr 2017

• Verpflichtende Veröffentlichung eines (konsolidierten) nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit der österreichischen Umsetzung der EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung (2014/95/ EU) seit dem Jahr 2017


Auch das UNIQA Group Risk Management spielt eine zentrale Rolle in Hinblick auf die ESG Integration und vor allem im ESG Reporting. Das Ziel der UNIQA Group ist es, Kund:innen vor Risiken zu schützen, diese Risiken durch Bündelung zu minimieren, Unternehmensgewinne zu generieren und risikoorientierte Entscheidungen zu sichern. Das Risikomanagement der UNIQA Group verfolgt Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit und analysiert deren Auswirkungen auf das Versicherungsunternehmen. Die Risikostrategie wird regelmäßig überprüft und im Risikokomitee diskutiert. Das Risikomanagementsystem der UNIQA Group basiert auf einer Risikomanagement Policy, die Nachhaltigkeitsrisiken definiert. Diese Risiken werden nicht als eigene Kategorie, sondern als allgemeine Risikoklassifizierung betrachtet und können wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Finanzlage oder Reputation haben. Das System berücksichtigt kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen, Messgrößen und Ziele im Sinne der Nachhaltigkeit.


Prozessablauf:

1. Risikoidentifikation: Der Risikokatalog beinhaltet Nachhaltigkeitsrisiken, die im Internen Kontrollsystem (IKS) jährlich überprüft werden.

2. Risikobewertung & Szenarien: definierte Klimaszenarien des NGFS (Network for Greening the Financial System) werden verwendet, um die Auswirkungen auf Kapitalanlagen und NatCat-Schäden zu analysieren.

3. Risikoüberwachung: ESG-bezogene Anlageprofile der internationalen Tochtergesellschaften werden kontinuierlich überwacht und Limits gesetzt, um das ESG-Profil zu verbessern und transitorische Risiken zu reduzieren.

4. Risikocontrolling: Für jedes signifikante Restrisiko wird ein Plan zur Risikominderung erstellt.

5. Risikoberichterstattung: Nachhaltigkeitsrisiken sind in die wichtigsten internen und externen Berichte integriert und werden regelmäßig aktualisiert.


Details zur ESG Integration sind im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht enthalten, welcher auf der UNIQA Group Website im Downloadbereich Nachhaltigkeit zu finden ist.



5. Stakeholder-Engagement

Um auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen und Chancen zu reagieren, ist die Einbindung von und Zusammenarbeit mit verschiedenen Stakeholdern entscheidend. Die UNIQA Group muss deren Bedürfnisse verstehen, um adäquat reagieren zu können (bspw. mit passenden Produkten und Dienstleistungen). Zur Verbesserung der Nachhaltigkeits- und Klimastrategie, Aktivitäten und Berichterstattung interagiert die UNIQA Group regelmäßig mit Stakeholdern durch direkten Kontakt, gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Befragungen. Das StakeholderEngagement konzentriert sich auf vier Kern-Stakeholdergruppen, die das Kerngeschäft maßgeblich beeinflussen bzw. davon beeinflusst werden: Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Investor:innen sowie die Öffentlichkeit.


Mitarbeiter:innen

Unsere Mitarbeiter:innen sind das wichtigste Kapital für den Erfolg der UNIQA Group. Unter dem Motto „gemeinsam besser leben“ wollen wir zu den attraktivsten Arbeitgebenden in der Finanzbranche zählen. Unser Ziel ist es, eine Arbeitskultur der gegenseitigen Unterstützung, des aktiven Engagements und der Zusammenarbeit über konventionelle Grenzen hinweg zu schaffen, um die Fluktuation weiter niedrig zu halten und das Engagement und die Produktivität unserer Mitarbeiter:innen zu stärken.


An unserem Arbeitsplatz sollen die Menschen wachsen, sich entwickeln und die beste Version ihrer selbst werden können. Indem wir in ihre Entwicklung investieren, Vielfalt fördern und neue Arbeitsmodelle einführen, verbessern wir unsere organisatorischen Fähigkeiten und tragen zu einer nachhaltigeren und gerechteren Zukunft bei, denn soziale Aspekte machen den Unterschied aus. ESG beschäftigt sich nicht nur mit ökologischen Aspekten von Nachhaltigkeit und deren Verankerung in der Governance, sondern eben auch mit sozialen. Diesbezüglich bildet die gruppenweite Strategie für Gerechtigkeit, Gleichstellung, Diversität und Inklusion (Justice, Equity, Diversity und Inclusion – JEDI) die Basis für alle Aktivitäten und ist auch Bestandteil des Zukunftsprogramms UNIQA 3.0. Um Verbindlichkeit und klare Verantwortlichkeiten zu schaffen, wurde eine Policy für die gesamte Gruppe ausgearbeitet und ausgerollt. Die Policy wird jährlich überprüft und bei Bedarf überarbeitet, um allfällige Änderungen der Rechtsgrundlagen und andere Entwicklungen in der UNIQA Group zu berücksichtigen. In den Kernmärkten wurden Personen mit JEDI-Agenden betraut und verantwortliche Ansprechperson benannt.


Die sieben übergeordneten Ziele der UNIQA Strategie für Gerechtigkeit, Gleichstellung, Diversität und Inklusion sind folgende:

• Gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit

• Förderung der Chancengleichheit durch Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen

• Stärkung des Generationenmanagements

• Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

• Internationalität und Kulturenvielfalt aus allen UNIQA Ländern als Stärke nutzen

• Inklusion und Förderung von Menschen mit Behinderung

• Respekt für die sexuelle Orientierung und Identität aller Menschen


Kund:innen

Als eine der führenden Versicherungen in Zentralund Osteuropa tragen wir eine besondere Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft und haben deshalb die Bedürfnisse unserer rund 17 Millionen Kund:innen stets im Blick. Austausch und Engagement in Form von verschiedenen Prozessen ermöglicht uns die Weiterentwicklung unserer Produkte und Services im Sinne der Nachhaltigkeit voranzutreiben. Dies schließt sowohl unsere Geschäftskunden im Corporate Business als auch unsere Privatkund:innen im Retail-Geschäft ein und nimmt eine zentrales Element im Produktentwicklungsprozess ein. Mehr zu unserem Engagement mit unseren Kund:innen in Bezug auf ESG ist im Kapitel 3.2 Versicherungsgeschäft nachzulesen.


Investor:innen

Der Austausch mit unseren Investees sollen eine Verbesserung ihrer Leistungen bewirken, vor allem, was deren Klimastrategie, Dekarbonisierungsziele und -maßnahmen betrifft. Mithilfe unserer Engagements setzen wir auf einen aktiven Dialog, der den Transitionsgedanken fördern soll, um den Schritt einer Desinvestition nach Möglichkeit zu verhindern. Die UNIQA Engagementstrategie in Bezug auf Investees wurde bereits im Kapitel 3.1 Veranlagung ausgeführt. 



Öffentlichkeit

Da wir der festen Überzeugung sind, dass der Schutz von Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen nur durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden kann, ist die UNIQA Group Mitglied bei einer Vielzahl von globalen Nachhaltigkeitsinitiativen. Der kontinuierliche Wissensaustausch, die Steigerung der Transparenz, die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze und die Integration bewährter Praktiken sind für uns von zentraler Bedeutung. Diese Mitgliedschaften unterstreichen unser Engagement für verantwortungsvolles Handeln, das weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.


Eine Auflistung unserem Stakeholder-Management im Rahmen unserer Mitgliedschaften finden Sie hier .



6. Der Weg in die Zukunft

Um dem Wandel der Zeit gerecht zu bleiben und die veränderten Bedingungen und Risiken zu berücksichtigen, wird der Fokus der UNIQA Group auch in Zukunft auf der Weiterentwicklung von ESG-Kriterien, Nachhaltigkeitszielen und -strategien sowie auf der Erarbeitung und Umsetzung konkreter Aktionspläne und Maßnahmen liegen. Diese Aspekte sind essenziell, da sie gewährleisten können, dass die UNIQA Group auf aktuelle Herausforderungen reagieren und nachhaltige wirtschaftliche und soziale Erfolge erzielen kann.


6.1 Möglichkeiten, Chancen und Potenziale

Auch wenn nicht-finanzielle Offenlegung und Nachhaltigkeitsberichterstattung immer mit Aufwand, Veränderung und Kontrolle verbunden sind, so bieten sie auch Potenziale und Chancen, insbesondere auf langfristige Sicht. Nachhaltiges Wirtschaften – so unsere Überzeugung – lohnt sich aus unternehmerischer Sicht: Unternehmen, die Nachhaltigkeit priorisieren, werden auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Zusätzlich gibt es bereits Studien, die belegen, dass der Fokus auf ESG-Engagement positiv mit der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens korreliert; insbesondere verzeichnen (börsennotierte) Unternehmen durch diesen Fokus auf ESG-Engagement zusätzlichen Aktionärswert, wenn sie bereits hinsichtlich ihrer Finanzkennzahlen (Wachstums und Rentabilität) überragend abschneiden*.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass vor allem langfristige Vorteile wie Kostenminimierung oder Effizienzsteigerung mit der Integration von ESG zusammenhängen. Dies spiegelt sich innerhalb der UNIQA Group beispielsweise in der Vergütungsstrategie, die ebenfalls an ESG-Kriterien gebunden ist, wider. Doch auch die Stakeholder dürfen hinsichtlich der Möglichkeiten und Potenziale nicht ausgelassen werden: Mit dem Fokus und der Implementierung von Nachhaltigkeit, wie beispielsweise in Form von Image, Marke, aber auch die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen sind mit Reputationsgewinn, Markenwert und Kund:innen-Überzeugung bzw. -Bindung verbunden. Zusätzlich muss die soziale Nachhaltigkeit stets mitgedacht werden. So spiegeln sich das Engagement und die Bestrebungen des Unternehmens auch in der Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter:innen wider, denen die Teilhabe an nachhaltigem Wirtschaften ermöglicht wird.


Mehr über das UNIQA Stakeholder-Engagement, Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit und weitere Einblicke in die Nachhaltigkeit in die UNIQA Gemeinschaft, sind in verschiedenen Dokumenten im Downloadbereich Nachhaltigkeit zu finden.


Zusätzlich sehen wir bei der UNIQA Group auch die globalen und insbesondere die EU-weiten Bestrebungen (Green New Deal), Nachhaltigkeit zu fördern und verpflichtend über Nachhaltigkeitsbelangen zu berichten, als positive Entwicklung an. Eine wesentliche Rolle von Nachhaltigkeitsanliegen und deren Offenlegung von nicht-finanziellen Aktivitäten von Unternehmen, bzw. auch in ihrer Transitionsplanung, steht in Zusammenhang mit der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), die wohl wesentlichste Entwicklung in Hinblick auf Offenlegung und Berichterstattung. Doch auch andere Regularien wie bspw. die EU-Taxonomie und CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) sind von hoher Relevanz, gerade auch im Finanz- und Versicherungssektor sind die SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation), IDD (Insurance Distribution Directive) und Solvency II hervorzuheben.


*Doherty, R.; Kampel, C.; Koivuniemi, A.; Pérez, L. & Rehm, W. (2023): The triple play: Growth, profit, and sustainability. McKinsey’s Strategy & Corporate Finance and Sustainability practices. McKinsey & Company.

Whelan, T.; Atz, U.; Van Holt, T. V.; Casey Clark, C.; Salazar, P.; Liu, Z. & Bruno, C. (2021): ESG and Financial Performance: Uncovering the Relationship by Aggregating Evidence from 1,000 Plus Studies Published between 2015–2020. NYU Stern: Center for Sustainable Business, Rockerfeller Asset Management.


6.2 Herausforderungen

Die UNIQA Group wird ihr Möglichstes tun, einen Beitrag zu leisten, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen bzw. die gesetzten Ziele in Richtung Netto-Null-Emissionen zu verfolgen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die UNIQA Group auf dem Weg dorthin mit vielen Herausforderungen konfrontiert sein wird. Drei wesentliche Herausforderungen in Bezug auf die Transition zu Netto-NullEmissionen werden hier transparent hervorgehoben.


1. Externe Abhängigkeiten

Um die gesetzten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ist die UNIQA Group als Finanzdienstleisterin auch von externen Faktoren abhängig, die außerhalb ihres direkten Einflusses liegen. Beispielsweise sind hier die Politik und die Maßnahmen der Regierung zu nennen, die erforderlich sind, um sicherzustellen, dass das Stromnetz dekarbonisiert wird. Auch das Verhalten und die Entscheidung der Privatkund:innen für einen CO2 -reduzierten Lebensstil, z. B. durch das Fahren eines Elektroautos, ist ein wichtiger Treiber für Veränderungen im Versicherungsportfolio. Dies kann gefördert werden, die Entscheidung selbst bleibt jedoch bei den Kund:innen.


2. Soziale Aspekte und die Sicherstellung eines gerechten Übergangs

Soziale Aspekte und ein gerechter Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft sind entscheidend, da die alleinige ökologisch-fokussierte Transition zu Netto-Null-Emissionen nicht ausreichen wird. Das Pariser Abkommen betont, dass die Umstellung nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gerecht erfolgen muss, um die Bedürfnisse besonders betroffener Regionen und vulnerabler Gruppen zu berücksichtigen. Die UNIQA Group setzt sich für soziale Nachhaltigkeit ein und verfolgt das Ziel, soziale Nachteile auszugleichen und neue Entwicklungschancen zu schaffen. Dies wird durch verantwortungsbewusste Investitionen, strenge Underwriting Guidelines und die Einhaltung von Menschenrechtsstandards sichergestellt. Unser Engagement im UN Global Compact unterstreicht die Verpflichtung, Menschenrechte in der gesamten Geschäftstätigkeit zu wahren. Die darin enthaltenen zehn Prinzipien wurden auch im gruppenweit gültigen UNIQA Code of Conduct aufgenommen.


3. Komplexität und Ungenauigkeiten von Klimadaten

Die Festlegung von Klimazielen ist aufgrund ungenauer und lückenhafter Daten komplex. Unterschiedliche Datenquellen, fehlende Berichterstattung und variierende Berechnungsmethoden erschweren die Risikobewertung und die Datenerhebung, insbesondere bei Investitionen. Die UNIQA Group sieht sich diesen Herausforderungen ebenfalls gegenüber, insbesondere im Bereich Biodiversität, und plant, Klima- und Naturschutz stärker zu integrieren. Das Natural Catastrophes Competence Centre (NCCC) der UNIQA Group entwickelt maßgeschneiderte Risikomodelle auf Basis eigener historischer Daten, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen besser zu verstehen und zu managen.



7. Disclaimer und zeitlicher Horizont 

Beim vorliegenden Dokument handelt es sich um einen ersten Weg zu einem Transitionsplan. Die konkrete Ausarbeitung von Maßnahmen ist ein laufender Prozess und wird der Fokus der nächsten Jahre sein. Der Weg zur Transition wird jährlich überprüft und aktualisiert. Dabei sind verschiedene Instanzen involviert: Das Group ESG Office ist verantwortlich für die Koordination der inhaltlichen Angaben der verschiedenen Geschäftsbereiche und veröffentlicht diese auf der UNIQA Group Website nach Beschluss des Vorstandes. Etwaige Fortschritte und Details zu ESG-Maßnahmen werden jährlich im jeweils aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gem. CSRD/ESRS offengelegt. Feedback kann beim Group ESG Office unter esgoffice@uniqagroup.com eingebracht werden.


Bei diesem hier vorliegenden Dokument handelt es sich noch nicht um einen vollständigen Transitionsplan („Transition Plan“) gemäß der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (gem. CSRD). Das vorliegende Dokument beschreibt das Vorgehen und den weiteren Weg zu einem umfassenden Transitionsplan.


Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: Dieser Transitionsplan enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der UNIQA Group beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf Basis aller zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für die Erreichung der angestrebten Ergebnisse kann daher nicht übernommen werden.