Risiko Weltpolitik: Finanzielle Stabilität sicherstellen
Wer sich aktuell mit Risiken beschäftigt, gewinnt den Eindruck, dass vieles gleichzeitig in Bewegung gerät. Megatrends – also tiefgreifende, über Jahrzehnte wirkende und alle Lebensbereiche berührende Verschiebungen – wirken gerade besonders stark auf Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sind grundsätzlich neutral, bergen aber Risiken wie Chancen, insbesondere für international tätige Unternehmen wie UNIQA. Beispiel Geopolitik.
Ein militärischer Konflikt im Nahen Osten, Spannungen entlang globaler Handelsrouten oder neue Sanktionen zwischen Wirtschaftsmächten: Geopolitische Ereignisse sind mehr als Schlagzeilen. Der anhaltende Krieg in der Ukraine, politische Spannungen in Ungarn und die fragile innen- und außenpolitische Lage in Serbien beeinflussen Risiko- und Investitionsentscheidungen in der Region. Sie entfalten ihre Wirkung oft schnell und unerwartet: auf Finanzmärkte, Energiepreise, Lieferketten und regulatorische Rahmenbedingungen. Was international geschieht, kann innerhalb weniger Stunden reale wirtschaftliche Folgen haben. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr, ob geopolitische Entwicklungen relevant sind, sondern wie man mit ihnen umgeht.
Im Risikomanagement und relevanten Partnerbereichen bewerten die Mitarbeitenden das Tagesgeschehen und die möglichen mittel‑ und langfristigen Folgen für Wirtschaft, Märkte und Portfolios. “Konkrete Vorsorgemaßnahmen sind vor allem regelmäßige Szenarioanalysen und Stresstests wie Marktschocks, klare Exposure-Limits für besonders betroffene Länder oder Branchen sowie eine laufende Anpassung von Underwriting, Pricing und Rückversicherungsschutz”, erklärt Petra Schönbauer, Head of Qualitative Risk Management: “Ergänzend werden Kapital- und Liquiditätsplanung, Krisenmanagement und Business-Continuity-Prozesse so ausgerichtet, dass auch bei kurzfristigen Marktverwerfungen die Zahlungs- und Handlungsfähigkeit jederzeit gesichert bleibt.”
Durch Marktvolatilität indirekt betroffen
Im aktuellen Beispiel Iran-Konflikt deuten die Entwicklungen an den Finanzmärkten darauf hin, dass Marktteilnehmer zumindest derzeit noch von einer zeitlich begrenzten Eskalation ausgehen. Länger anhaltende Störungen zentraler Energierouten waren allerdings schon in der Vergangenheit hochproblematisch. Bei der Blockade der Straße von Hormus in den 1980er-Jahren kam es zu erheblichen Preissprüngen und erhöhter Volatilität auf den Finanzmärkten. Auch wenn UNIQA wirtschaftlich nicht direkt betroffen ist – z. B. über Assets in der Region – beeinflussen steigende Energiepreise, Unsicherheiten im Welthandel und kurzfristig höhere Marktvolatilität das Umfeld. Eine erhöhte Schadensinflation etwa kann potenziell auf Versicherungsportfolios durchschlagen.
Chancen für Veranlagung und Geschäft
“Erfahrungsgemäß führen geopolitische Krisen zu kurzfristigen Ausschlägen, nicht aber zu dauerhaften Verwerfungen”, berichtet Wilhelm Schäfer, zuständig für Public Markets in der UNIQA Capital Markets (UCM). Die strategische Asset-Allokation soll größere finanzielle Risiken durch so genannte schwarze Schwäne (plötzliche, kaum vorhersehbare Krisen) oder durch längerfristig fallende Finanzmärkte begrenzen. Auf Basis finanzmathematischer Methoden und Modelle wird festgelegt, wie Risiken im Portfolio langfristig ausgewogen gesteuert werden, um Stabilität auch in unsicheren Marktphasen sicherzustellen und zugleich mögliche Chancen zu nützen. “In schwierigen Marktphasen profitieren häufig liquide, qualitativ hochwertige Anleihen oder defensive Infrastruktur‑Assets von steigender Nachfrage”, weiß Wilhelm Schäfer: “Gleichzeitig können sich in breiteren Kreditmärkten oder ausgewählten Aktiensegmenten attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben.”
Auch im Kerngeschäft tun sich mitunter Chancen auf: In Phasen erhöhter Unsicherheit steigt typischerweise der Bedarf an Absicherung, Orientierung und aktiver Risikoberatung. Für Versicherungen kann das Spielraum für gezielte Produkt- und Serviceanpassungen, ein risikoadäquates Re‑Pricing sowie selektives Wachstum in weniger exponierten Segmenten eröffnen.
Resilienz für die Zukunft stärken
Den potenziellen Konsequenzen von Megatrends begegnen heißt für ein Unternehmen wie UNIQA, sich möglichst robust aufzustellen, Szenarien frühzeitig zu analysieren und die Resilienz kontinuierlich zu stärken. Je besser wir vorbereitet sind, desto besser können wir mögliche Gefahren für unsere Ziele und unsere Strategie begrenzen – und auch in einem zunehmend fragilen Umfeld nachhaltig erfolgreich bleiben.
Konkrete Vorsorgemaßnahmen sind vor allem regelmäßige Szenarioanalysen und Stresstests wie Marktschocks.
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